Predigt beim 24-Stunden-Lauf in Traisa

 

Lebens-Lauf!

Lebens-Stil und Lauf-Stil

7 Stilarten, wie man im Leben laufen kann

Liebe Lauffreunde!

Liebe Gottesdienstbesucher beim Gospelgottesdienst Lebenslauf!

 

Lebenslauf? Das ist klingt ja strohtrocken. Handgeschriebener Lebenslauf zum Bewerbungsgespräch. Nein, heute ziehen wir das einmal von hinten auf: Lebens-Lauf!

Das Leben ist ein Lauf. Und so wie es beim Leben verschiedene Lebens-Stile gibt, so gibt es beim Laufen verschiedene Lauf-Stile. Ich hoffe, es macht Ihnen und Euch Spaß, bevor alle anfangen zu laufen, dass wir uns das einmal anschauen.

Richtig: Anschauen! Es wäre ja langweilig, nur darüber zu reden.

Verschiedene Lebens-Lauf-Stile muss man zeigen, demonstrieren. Dafür haben wir hier – von Lucky-Sports gestellt, vielen Dank – ein sündhaft teueres Laufband. Und wir haben einen gefunden, der sich jetzt freiwillig draufstellt:

Hans-Gustav Eckert, einer der leitenden Köpfe beim 24-Stunden-Lauf. Herzlich Willkommen und einen großen Applaus.

 

Schaut euch ihn an. Das ist die beste Auswahl.

Die Beine wie Emil Zatopek.

Rückenhaltung wie Michael Johnson

Ein Lächeln wie Maurice Green

Und außerdem benutzt er die Zahnpasta von Dieter Baumann.

Nichts kann also schief gehen!

 

(Hans-Gustav fängt an zu laufen). Hans-Gustav, ich hoffe, du weißt, was du tust, denn eines musst du zwar jetzt nicht wissen: Wohin du laufen willst; einfach nur auf dem Band. Aber das andere darfst du nicht entscheiden: Die Geschwindigkeit, die darf ich einstellen. Okay?

Wir beginnen einfach einmal mit einem Laufstil, der sich zuerst einmal wie eine Sache anhört, die viele von uns verbindet. Aber wir sehen schon: Da täuschen wir uns:

Die „Jogger“ – und die Geister scheiden sich

Wir fahren den Speed jetzt langsam einmal hoch. 8 m/sec OK? Keine Angst, es wird noch schlimmer. Jogger, man sieht sie ja ständig. Alle joggen – fast gleichzeitig, aber joggen alle gleich? Nie und nimmer. Man muss sich nur ein wenig auf eine Bank im Wald setzen und die Horden der Jogger an sich vorbeiziehen lassen und erkennt: Sage mir wie du joggst und ich sage dir, wer du bist. Nicht jeder der joggt, muss Joschka heißen, nein es gibt noch viel mehr Typen.

Die verschiedenen Jogger die sind für uns schon einmal eine Vorauswahl der Lebens-Lauf-Stil-Typen, die wir uns näher anschauen wollen.

 

Die Einzeljogger – es kann nur einen geben

Wenn man so die Jogger im Wald beobachtet, dann begegnet man immer wieder echten Einzelkämpfern. Die laufen meistens schneller. Also wir drehen das Tempo einmal hoch. Wenn man ihnen ins Gesicht schaut, dann sieht man die Kämpfe und das Elend der Welt geschrieben. Hans-Gustav, ich weiß, es fällt dir schwer, aber vielleicht kannst du das einmal demonstrieren.

Die Einzeljogger sind Einzelkämpfer. Sie sind wie die Highländer im Filmepos, wo es heißt: Es kann nur einen geben. Wenn Sie einander begegnen, dann sehen sie sich kaum an, denn sie sind ganz bei sich und ihrem Kampf. Einzeljogger hatten meistens eine unglückliche Kindheit. Nein, das ist jetzt übertrieben, aber so ein wenig stimmt es schon: Im Leben gibt es auch solche Typen, die verbissen und so tun als gäbe es die anderen nicht, ihr Ding durchziehen.

Heute wird es schon einmal anders. 24-Stunden-Lauf ist nichts für Einzelkämpfer, sondern heute wird miteinander gelaufen.

 

Die Walker – einfach nur und ganz bewusst

Man sieht sie schon von weitem. Es geht ruhig zu. Sie tragen weite, weiche und gemütliche Sachen. Sie gehen bewusst, (wir müssen das einmal hier auf der Maschine extrem langsam stellen) sie joggen nicht, sie schonen die Knie und meistens sind sie zu dritt. Sie führen dabei tiefschürfende Gespräche über irgend etwas sehr Sinnvolles. Die Walker. Einfach nur walken.

Sie haben immer die Arme oben, das unterscheidet sie von Wanderen, die sie nicht sein wollen. Wenn einer oder eine von den dreien die Arme kurz herunternimmt, sagen die anderen: Vergiß die Arme nicht!

 

Walker, das im richtigen Leben die Menschen, die immerzu ruhig und ganz bewusst ihre Aufgaben erledigen. Ja, ich weiß: Es muss solche Menschen geben.

Wir werden wieder schneller und um anschaulich zu zeigen, was jetzt kommt, bitte ich die Chorleute, ein wenig auf der Stelle mitzujoggen.

 

Die Rudeljogger –  zusammen sind wir stark

Man hört sie schon von Ferne. Der Waldboden zittert und die Eichhörnchen fliehen. Ameisen schicken Protestbriefe zu Amnesty International und doch: Nichts hilft. Denn Rudeljogger in Horden zu dreißig kreuzen den Wald: Fahrradfahrer springen verzweifelt ab, Mütter reißen ihre Kinder aus dem Kinderwagen, denn es gibt kein Halten, wenn Rudeljogger kommen.

Dabei haben sie doch so recht! Miteinander laufen ist wirklich schön! Das Lateinische Wort „con-currere“, das wir so schnell zur Konkurrenz machen, heißt wörtlich: Miteinander laufen.

Die Rudeljogger sind sozialer als man denkt: ;-) Sie ziehen einander mit, sie verlangsamen auch einmal das Tempo, wenn einer Seitenstechen bekommt. Sie spornen einander an. Miteinander laufen, das ist – allem Spott zum Trotz.

Mancher Einzelkämpfer denkt in seinem Kopf: Nie und nimmer – und in seinem Herz: Ich würde da gerne mitmachen! Das ist so im Leben.

Und nun begegnen sie sich und es wird dramatisch:

 

Die Gejagten – wie Richard Kimble auf der Flucht

Dann kommt es manchmal bei Joggern zu einer Begebenheit, die dramatische Züge annimmt und doch im normalen Leben noch viel öfters vorkommt. Da läuft einer für sich allein und plötzlich hört er hinter sich andere kommen. „Ich bin doch gut drauf, wer soll mir denn etwas anhaben wollen.“

Und dann läuft er weg: (Band schneller machen, viel schneller) Von hinten gehetzt, von Aufgaben gedrängelt, von Anforderungen herausgefordert. Er weiß gar nicht, ob die dahinten ihn nicht sogar mitnehmen würden, ob er die Aufgaben nicht auch bewältigen würde, die Anforderungen nicht bestehen würde.

Nein, er läuft lieber weg. So kenne ich viele Menschen, die gehetzt laufen. Das ist kein guter, kein gesunder Lebens-Lauf-Stil.

Ich komme zum vorletzten!

 

 

Die Muß-Läufer – wenn Laufen zur Qual wird

(Etwas langsamer stellen) So gibt es Leute, die laufen mit falscher Motivation und dann auch mit den falschen Kraftreserven. Da gibt es welche, die laufen – und das sieht man ihnen an, nicht gern. Sie wollen nur „ein paar Pfunde“ runter haben. Oder andere laufen, weil sie „mal wieder etwas für die Gesundheit tun“ müssen, weil es der „Arzt gesagt hat, dass es nicht schaden könnte“. So sieht das dann auch aus. Man sieht, dass die Beine weh tun und spürt: Länge hält der das nicht aus: Das macht keinen Spaß.

Es gibt ein tolles Bibelwort, wie es anders aussieht.

 

Aber die auf den lebendigen Gott vertrauen, kriegen neue Kraft, so dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Jesaja 40,31

 

Die Lebens-Läufer – unterwegs zum Ziel

Das ist das Gegenteil vom verkrampften und verbiesterten Laufen. Das ist das Gegenteil vom Gehetztwerden und vom Jagen. Das ist das Gegenteil vom allein Kämpfen: Das ist das Gegenteil vom Laufen aus eigener und letzter Kraft: Wenn einer spürt. Da begleitet einer meinen Lebens-Lauf! Er führt mich zum Ziel. Er bringt mich durch Matsch und Gestrüpp. Er spricht mir Mut zu, wenn die Kraft ausgeht, er lässt mich nicht.

Lebens-Lauf! Was für einen Lauf-Stil lege ich an den Tag? Was für ein Lebens-Stil bestimmt mein Leben? Wo werde ich gehetzt, wo bin ich lahm geworden, wo quäle ich mich durch?

Christus ins Leben zu lassen und dabei zu spüren. Er begleitet mich.

Vor allem: Er gibt meinem Leben ein Ziel und einen Sinn. Das ist die Chance für meinen Lebens-Lauf!

 

Aber die auf den lebendigen Gott vertrauen, kriegen neue Kraft, so dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Jesaja 40,31


Bibel-Texte zum Laufen!

 

I

Wir hören auf einige Bibeltexte zum Laufen!

Zuerst die Aufforderung, den Lebens-Lauf mutig anzugehen:

 

II

Laßt uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist,

und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens,

Hebr. 12,1

 

 

I

Und was der Glaube an Gott im Lebens-Lauf bewirken kann:

 

II

Die auf den lebendigen Gott vertrauen, kriegen neue Kraft, so dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Jesaja 40,31

 

 

I

Vom Leben, das auf ein Ziel zugeht:

 

II

Alle, die an einem Wettkampf teilnehmen wollen, nehmen harte Einschränkungen auf sich. Sie tun es für einen Siegeskranz, der vergeht. Aber auf uns wartet ein Siegeskranz, der unvergänglich ist.

Darum laufe ich wie einer, der das Ziel erreichen will.

1. Kor. 9

 

 


Gebet

 

I

Lasst uns miteinander beten.

Lieber Vater im Himmel,

wir danken dir für den heutigen Tag. Für die Freude am Sport und am Miteinander.

Wir wollen heute laufen, um anderen Menschen zu helfen. Segne den 24-Stunden Lauf und lass alles gut gelingen. Bewahre uns vor Unfällen und Verletzungen. Lass uns viel Freude und Entspannung dabei finden.

 

II

Wir bitten dich für die Menschen, denen durch den Erlös geholfen werden soll. Dass sie Hilfe erfahren und gute Ärzte, die ihnen Mut machen mit ihrem Schicksal zu recht zu kommen.

 

I

Wir bitten dich für Menschen, die mit ihrem Lebens-Lauf nicht klar kommen. Die immer wieder stolpern und hinfallen, die sich gehetzt fühlen und keine Freude empfinden. Schenk ihnen Menschen, die ihnen aufhelfen und sie mitnehmen.

 

II

Zeig uns allen, dass es sich lohnt, dir zu vertrauen, weil du durch schwere Etappen hindurch hilfst, und du dem Leben ein Ziel gibst, wohin es geht. Zeig dich uns in unserem Leben ganz konkret und hilf uns dir zu vertrauen.

 

Miteinander beten wir,

wie uns Jesus zu beten gelehrt hat:

 

Vater Unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Amen.